Die Kunst des Marinierens
Ob Tofu, Fisch, Fleisch, Pilze oder Gemüse – mit der passenden Marinade schmeckt es doppelt so gut. Dies wussten bereits die alten Römer und ließen ihren Hasenbraten stundenlang in einer Mischung aus Wein, Öl, Fischpaste, Pfeffer und Salzlake schwimmen, bevor er auf die Glut kam. Im Mittelalter hingegen legte man lieber in Senf, Honig und Verjus ein, um Speisen zarter und aromatischer zu machen. Aber erst die heutigen Rezepturen bringen den Gaumen so richtig zum Singen.
Eines ist gewiss: Nicht alles war früher besser. Marinaden etwa bestanden hauptsächlich aus einer Meersalzlake – daher die Bezeichnung „marinieren“ – und dienten primär der längeren Haltbarkeit leicht verderblicher Lebensmittel. Auf guten Geschmack wurde wenig Wert gelegt. Heute ist das anders, der Erfindung von Kühlschränken und Eistruhen sei Dank. Wer nun mariniert, der veredelt. Eingelegt in Wein, Essig, Buttermilch, Rapsöl, Bier, Sojasauce oder Limettensaft gewinnen die Ausgangsprodukte an Würze, Aroma und Zartheit. So beispielsweise Putenfleisch, das in einer Limettenmarinade mit viel Koriander und Honig zur lukullischen Höchstform heranreift. Dazu ein Weißburgunder vom Weingut Gross aus der Steiermark, was willst du mehr.
Meer-Lust mit mehr Geschmack
Für sommerliche Hochstimmung bei Tisch sorgen hingegen kunstvoll marinierte Meeresfrüchte. Vermischt mit dem Fleisch einer Wassermelone, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Chili sowie Ingwer und verfeinert durch eine Marinade aus Weißweinessig, Limettensaft, Sesamöl, Honig und Zucker, verführen Krabben, Langusten, Kalmaren & Co. Zu ekstatischen Tafelfreuden – gekrönt von einem Bio Cabernet Blanc 2018 Hirschmugl Leibnitz.
Gemüse, Garnelen, Pilze & Tofu
Die gute Nachricht für Freunde vegetarischer Kost: Es lässt sich praktisch alles marinieren. Champignons, Zucchini oder Tofu legen durch ein würziges Bad in einer säurehältigen Flüssigkeit an Geschmack zu, alternativ ist das auch bei Fischen und Meeresfrüchten der Fall. Der kulinarischen Phantasie sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt. Es genügt, die ausgewählten Stücke vollständig mit der entsprechenden Würzflüssigkeit zu bedecken sowie eine gewisse Zurückhaltung bei der Beimengung von Salz walten zu lassen und ausreichend Geduld aufzubringen. Denn „kalt gegart“ ist bereits halb gekocht. Alles nur eine Frage von Zeit und Zutaten. Mit einem Glas Riesling Kabinett Steinberg 2019 vom Kloster Eberbach im Rheingau kommen die asiatischen Aromen übrigens besonders gut zur Geltung.
Fragen zum Marinieren
-
-
Marinieren war ursprünglich für die Haltbarmachung von Speisen gedacht. Heutzutage gewinnt das Ausgangsprodukt mit Zugabe von Wein an Würze, Aroma und Zartheit.
-
Hier sind der Fantasie und dem Genuss keine Grenzen gesetzt. Von Fleisch, Fisch, Gemüse bishin zu Meeresfrüchten kann alles mariniert werden.
-
Die Dauer des Marinieren ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Trotzdem gilt, je länger, desto mehr Geschmack geht in das Mariniergut über. Wir raten jedoch, sich vor dem Mariniervorgang über die Einlegedauer des jeweiligen Produktes zu informieren.
-